Ingrid Lukas – In Estland ein Popstar, in der Schweiz noch ein Geheimtipp

20121025-152858.jpg

Die Schweiz/Estnische Jazz-Sängerin Ingrid Lukas hat vor ca. 1 Jahr ihr viel beachtetes Album “Silver Secret” veröffentlicht, welches sie zusammen mit dem Norwegischen Jazz-Pianisten Bugge Wesseltoft und dem langjährigen Sound Engineer von Björk, Valgeir Sigurosson produziert hat.
In Estland holte sie sich damit vor kurzem den 2. Platz beim estnischen Music Award was ihr zum entgültigen Durchbruch in ihrem ursprünglichen Heimatland verhalf. In der Schweiz noch ein Geheimtipp – was sich aber bald ändern dürfte – ist die 27-Jährige Sängerin zur Zeit auf Deutschland Tour.


Vor kurzem hast du den sagenhaften 2. Platz am Estnischen Music Award belegt. Was hat sich seitdem in Bezug auf deine Person in Estland verändert?

Ingrid Lukas: In Estland läuft es mittlerweile sehr gut. Die Leute schätzen meine Musik, was mich natürlich sehr freut. Die Medienpräsenz ist stark angestiegen, die Radios spielen meine Songs. Ein tolles Gefühl, wenn man bedenkt, dass Estland ja nicht mein Lebensmittelpunkt ist.

Als Ende 2011 dein neues Album “Silver Secret” veröffentlicht wurde, gab es ja eine Art Seilziehen zwischen den Esten und den Schweizern, wer denn nun mehr Anteil an Ingrid Lukas hat. Mit dem 2. Platz in Estland hast du dich ja dort mittlerweile zum heimischen Popstar mutiert, während man dich in der Schweiz wohl noch eher zu den viel gelobten Geheimtipps zählst. steht es nun 1:0 im Seilziehen für Estland?

Ingrid Lukas: (Lacht) Ja das könnte man vielleicht so sagen. Seit meinem 2. Platz am Estnischen Music Award ist der Medienrummel um meine Person tatsächlich stark angestiegen. Ich freue mich einfach sehr über diesen 2. Platz. Es ist eine tolle Wertschätzung für meine Arbeit, die ich ja mittlerweile schon seit ca. 15 Jahren mache. Höhen und Tiefen sind in meinem Beruf alltäglich und auch wenn ich in erster Linie Musik für mich selbst mache, tut es immer wieder gut Bestätigung zu bekommen. Das spornt an und gibt dir Energie um weiter zu machen.
Dass die Schweiz jeweils etwas länger braucht, und erst dann auf ihre Künstler aufmerksam wird, wenn das Ausland schon längst am schwärmen ist, hab ich auch schon bei anderen Künstlern so wahrgenommen, aber trotzdem ist dies für mich sekundär.
Natürlich wünscht man sich, dass du mit deiner Musik immer mehr Leute erreichen kannst, deine Konzerte besucht werden, aber es darf nicht der Anstoss sein Musik zu machen.

Du bist zur Zeit in Deutschland auf Tour. Wie sind dort die Reaktionen auf Ingrid Lukas?

Ingrid Lukas: Die Reaktionen hier sind toll. Die meisten haben ja vorher wahrscheinlich noch nie von Ingrid lukas gehört. Die Konzerte sind gut besucht und die CD-Verkäufe laufen ebenfalls super. Den Deutschen gefällt unsere Musik und die für ihr Empfinden eher exotische Mischung aus Estnisch und Englisch.

Während du auf deinem 1. Album “We need to repeat” noch mit Nick Bärtsch zusammen gearbeitet hast, hat es dich für deinen Zweitling “Silver Secret” in den Norden zu Bugge Wesseltoft verschlagen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ingrid Lukas: Wenn möglich arbeite ich jedes Jahr freiwillig am Jazz Festival in Willisau. Bugge hatte dort im Jahr 2008 gespielt und ich wollte ihn unbedingt kennen lernen. Ich hab dann versucht den Job als Beifahrer zu bekommen – leider hab ich immer noch keine autofahrprüfung – was mir glücklicherweise auch gelang. so war ich also dabei, als wir den Bugge in Zürich am Flughafen abholten. Da sein Gepäck aber Verspätung hatte, mussten wir 5 Std. warten. Um die Zeit totzuschlagen gingen wir in ein Kaffe. Da hab ich natürlich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und ihm von meiner Band erzählt. Dies war sozusagen der Beginn unserer Zusammenarbeit.

Was sind deine nächsten Ziele, wie wird es mit Ingrid Lukas weitergehen?

Ingrid Lukas: Demnächst werden wir uns, wahrscheinlich in einer abgelegenen Hütte in Estland, einrichten, um unser 3. Album aufzunehmen.
Darauf freue ich mich natürlich sehr!

Webpage Ingrid Lukas ingridlukas.com
Tourdaten

20121025-161002.jpg

Advertisements

Swiss Bands at the Olympic Games 2012 in London

The Olympic Games will kick off in London on July 27, and alongside the prowess to be displayed by the World’s leading sportsmen and women, the occasion of The Games will also provide the opportunity to enjoy music from all the nations represented in this greatest of all sporting events.
Many of the participating countries have already arranged with some of London’s leading venues to take advantage of these facilities to set up ‘Houses’ to offer hospitality to visitors and to showcase established and up and coming artists to international audiences. The Swiss Federal Department of Foreign Affairs (FDFA) along with Zürich has made arrangements to set up the House of Switzerland at the prestigious Glaziers Hall situated by the Thames at London Bridge.
Acts will perform on almost every day of the Games as part of the “Swiss Artists in Residence“ programme. Artists performing what is described as, ‘a wide range of creative and ambitious Swiss music’ will include: Hillbilly Moon Explosion, The Dandies, Mama Rosin, Pegasus, National Fanfare of Kadebostany and Philipp Fankauser, accompanied by the Walking Acts Micha Sportelli, Nadja Stoller and Nino G and the Human Beat Box.
The highlight of the Jazz/Pop/Rock concert series ‘Zürich Sounds’ is expected to be the performance by the up and coming Boy on 31 July. Other acts to watch out for will be, Legendary Lightness, Evelinn Trouble, Yves Theiler Trio, Ingrid Lukas, My Heart Belongs to Cecilia Winter, Nik Bärtsch’s Ronin and Rusconi.

Further House of Switzerland UK 2012 details can be accessed at:
www.facebook.com/houseofswitzerland
www.twitter.com/HoSLondon2012

Ingrid Lukas: coeur à choeur

Quand on entend pour la première fois la voix d’Ingrid Lukas, on peine à la situer dans la panorama suisse: onirique, évanescente, elle prend parfois les contours d’une langue incompréhensible (du romanche? Une langue inventée?). On pense à Björk avec un ancrage acoustique, jazz ou traditionnel et parfois même classique. L’explication est simple. Ingrid Lukas est née en Estonie et réside en Suisse depuis l’âge de 10 ans. De sa terre d’origine, elle a gardé le goût du chant. En Suisse, elle a peaufiné ses talents de pianiste classique et de composition au conservatoire de Zurich. Elle rencontre le musicien Nik Bärtsch alors qu’elle vient de finir ses études. Celui que l’on a étiqueté Monsieur «zen-funk» (!) lui offre son premier enregistrement sur son label.

Aujourd’hui, Ingrid Lukas vient de terminer son deuxième CD avec son propre chœur et des cordes. Le désormais incontournable Valgeir Sigurösson (arrangeur du dernier disque d’Olivia Pedroli, mais surtout de Björk, Coco Rosie…) y a dirigé les opérations. Ingrid Lukas nous résume ses choix en trois questions.
En quoi votre nouvel album est différent du précédent?
Ingrid Lukas. J’ai fait «We Need to Repeat» alors que j’étais très jeune. Un premier album est un point de départ pour un artiste. On y va et on regarde ce qui se passe. Ce n’est pas un acte très réfléchi. La seule chose qui me préoccupait alors était de ne pas trop «charger» le disque. En allemand on dit: «wenig ist genug». Pour le deuxième CD, j’avais plus d’idées. L’été dernier, j’ai été mandatée par la ville de Zurich pour un projet original qui devait avoir lieu pendant l’été. J’ai alors décidé de monter mon propre chœur et de travailler avec des cordes. Mon nouvel album s’inscrit dans la continuité de ce projet.
Pourquoi avoir voulu travailler avec un chœur?
Ingrid Lukas. Je m’inspire beaucoup de la musique de mon pays. L’Estonie n’est indépendante que depuis 1991. La culture détient une place très importante dans notre société. Nous sommes un peuple de chanteurs. D’ailleurs, ma mère chante dans mon chœur. Quand j’ai commencé à écrire de la musique pour chœur et à l’intégrer dans ma musique, j’ai trouvé ça très passionnant. Parfois je réarrange des morceaux traditionnels, mais le plus souvent j’écris ma propre musique que je chante en anglais et en estonien.
Votre musique évoque un univers aux confins de la réalité et de l’imaginaire. Comment l’avez-vous élaboré?
Ingrid Lukas. Je compose mes propres chansons depuis que je suis adolescente. A un âge où on se pose beaucoup de questions. Composer m’a permis de formuler des choses que je ressentais plus ou moins inconsciemment. Mon inspiration me vient toujours du cœur. Je raconte des histoires de tous les jours qui font état de ce que je vois et je sens. Et ces histoires me conduisent souvent vers un monde imaginaire.

La prochain album d’Ingrid Lukas paraîtra chez Universal. Vernissage du CD à Zurich, Club Exil, le 28 octobre. A Mannheim, Enjoy Jazz Festival (D), le 31 octobre. A Graz (A), le 2 novembre. Tournée estonienne du 24-28 novembre. Infos http://www.ingridlukas.com

%d bloggers like this: