Ephrem Lüchinger: «Are You Prepared?»

are you prepared

Vor sieben Jahren ging der Pianist Ephrem Lüchinger für zwei Tage ins Studio, improvisierte und experimentierte alleine mit seinem Instrument, das der Zürcher mit allerlei Gegenständen präparierte. Das Material, das in diesen Tagen entstanden ist – zeitweise in Begleitung des Posaunisten Michael Flury – jagte Lüchinger später durch den Laptop, verfremdete und arrangierte die Klaviersounds neu und setzte sie zu 34 Stücken zusammen, die nun, auf der CD-Trilogie «Are You Prepared?» zu hören sind.

Ephrem Lüchinger – Are you prepared from ephrem lüchinger on Vimeo.

Entstanden ist eine reichhaltige Sammlung an neugierigen Klängen, die wahlweise technoid schimmern, romantisch schillern und auch popnah dahinschlendern können. Soundclips, Tracks und auch Songs sind auf «Are You Prepared?» zu hören – und die Trilogie entpuppt sich mit dieser Formenvielfalt auch als Suche nach den sonischen Grenzen des Klaviers, eine Suche, die allerdings scheitert. Denn Lüchinger, der in zahllosen Bands seine Spuren hinterlassen hat, entdeckt in seinem Instrument zuweilen Sounds, die man auch beim dritten Hördurchgang nicht mit einem Klavier in Verbindung bringt. So ist «Are You Prepared?» eine überaus lohnenswerte Reise in den Saitenkasten eines Instruments der unbegrenzten Möglichkeiten. Möglichkeiten, die Ephrem Lüchinger verspielt und doch konzentriert auslotet.

Ephrem Lüchinger, “Are You Prepared?” (Dist CH Irascible)

 

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Just released: Heidi Happy «Golden Heart»

heidi-happy-golden-heartSie wühlte einst in der loopenden Folk-Wunderkiste, gab sich auf «Hiding with the Wolves» ein orchestrales Kleid und zeigte sich auf ihrem letzten Album «On the Hills» zuletzt countryinfiziert. Nun hat die Multiinstrumentalistin Priska Zemp alias Heidi Happy für ihr neues Album «Golden Heart» eine neue, prominent besetzte Pop-Band zusammengestellt, die ihr bei den neuerlichen musikalischen Abenteuerfahrten zur Seite steht.

Und diese Reisen führen die 34-jährige Luzernerin in die verspielte Disco, wo die geschickte Arrangeurin scheue Tänze wagt, man sieht vorüberziehende Neonlichter im schwer schnaufenden «Across the Ocean», cruist durch die und es gibt, wie bei Heidi Happy üblich, auch Nonsense-Nummern wie der pfeifende «The Whistle Song».


«La Danse»

Ephrem Lüchinger an den Keyboards, Baptiste Germser am Horn und anderen Instrumenten und der Legendary-Lightness-Schlagzeuger Domi Huber folgen Heidi Happy überall hin – auch in das zarte «Maintenant», das diese ausgesprochene Pop-Platte schön beschliesst.


«Down Town»

Im Frühling gibt Heidi Happy mit ihrer Band auf Tour durch die hiesigen Clubs – und wagt für sechs Solo-Konzerte auch den Abstecher nach Russland. Alle Daten finden sich hier.

Le disque de septembre de Swissvibes, Heidi Happy “on The Hills”

Son nom d’artiste laisse peu de doutes son pays de résidence. Heidi Happy s’y est d’abord fait remarquer par sa voix haute, son approche folk-pop-country et son bazar d’instruments.  Son dernier opus, « Hiding with the Wolves », la montrait plus sérieuse, accompagnée d’un ensemble de cordes.

Son quatrième CD, « On the Hills », synthétise ses précédentes approches musicales. On y trouve encore un peu de son bric-à-brac musical – glockenspiel et accordéon – à côté de violons. Des éléments qui  ne sont plus un but en soi, mais intégrés à son univers en construction. Parfois joyeuse, par exemple dans ce «Patient Heart » où son cœur fait « Boo Boo Boom ». Heidi Happy fait la folle, jongle avec sa voix, les samples, les cordes, les sifflets. Elle qui gardait jusque ici la main haute sur l’écriture et les arrangements des morceaux a partagé cette tâche avec son pianiste Ephrem Lüchinger. Essentiellement composé dans son antre lucernoise en une semaine, mais aussi au Canada, ce disque manifeste d’une artiste épanouie capable de lyrisme, de s’offrir un duo sombre avec le songwriter américain Scott Matthew ou de chansons d’amour avec une musique qu’on croirait tout droit sorti de la bande-son d’un western de Sergio Leone (« Land of Horses »). Egerie de Stephan Eicher ou Yello, Heidi Happy s’est offert un album léger et ludique. Une respiration bienvenue qui va peut-être l’inciter à l’avenir à oser se mettre plus en difficulté.
Heidi Happy, On the Hills, Silent Mode/ Irascible

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