Swiss Vibes live à Paris, chapitre 4: Egopusher

egopusher_by_nuel_schochUn tel nom pourrait préfigurer d’un groupe totalement narcissique. Ce serait mal connaître le violoniste zurichois Tobias Preisig et son comparse Alessandro Giannelli qui ne sont que les suppôts de leur passion musicale. Premier violoniste à étudier à la Swiss Jazz School de Berne, Tobias Preisig fait partie de ces artistes qui ne s’arrêtent jamais, qui aiment pousser les limites de leur instrument. Alors qu’il fait déjà beaucoup parler de lui avec son quartet de jazz, il s’implique en parallèle dans Egopusher, un projet électro-pop.

Alessandro Gianelli est aussi zurichois. Il actif dans plusieurs projets dont Lumières de l’Espace dans lequel se mêlent musiques ambient et psychédéliques, rock et jazz.

La rencontre entre ces deux mutants musicaux a lieu en novembre 2013 sous la haute surveillance de l’excentrique Dieter Meier qui les convie à jouer dans son groupe. Un coup de foudre musical plus tard, les deux amis décident de lancer leur ovni Egopusher. Tobias Preisig au violon et au Moog bass, Alessandro Gianelli à la batterie au drum-pad et au synthétiseur. A l’origine, Egopusher songeait à se produire dans des lieux inhabituels ou incongrus. Las, le duo s’est vite fait remarquer par la crème des programmateurs helvétiques et s’est déjà vu offrir les prestigieuses scènes du Bad Bonn Kilbi et du Cully Jazz Festival. Il est vrai que ce binôme est envoûtant. Tobias Preisig est plongé dans un dialogue sans fin avec son instrument qu’il fait parler, chanter et hurler. Quant à son complice, il ne semble jamais à court de rythmes pour le soutenir ou lui donner la répartie. Le duo a promis qu’il n’entrerait pas en studio avant d’avoir malaxé sa matière musicale pendant au moins 100 concerts. Le compte à rebours a commencé…

En avant-goût du concert du 3 juin, ne ratez pas le live de France Inter, vendredi 29 mai à 21:00 dans l’émission “Partons en Live” d’André Manoukian!

En concert au Centre culturel suisse de Paris, le 3 juin 2015 (avec Larytta)

 

Pop-Plausch mit Yello auf der C/O Pop

Die Musikindustrie ist eine reaktionäre Industrie, die sich selber das Grab geschaufelt hat, in dem sie heute bis zur Brust drin stehen“ lautete eines der Bonmots, die Dieter Meier von Yello anlässlich eines Live-Interviews im Rahmen des Konferenzprogramms der C’n’B, dem Branchenmeeting der Musikmesse C/O Pop in Köln am 22. Juni zum Besten gab.

Das Duo Dieter Meier und Boris Blank des Schweizer Elektro-Ensemble Yello firmierten sozusagen als Stargäste der Fachtagung C’n’B und plauderten vorm Fachpublikum über ihre musikalische Zusammenarbeit, über persönliches, aber auch über geschäftliches.

Kurzweilig geriet das Fachgespräch, das von dem Journalisten Ralf Niemzyck moderiert wurde und der offensichtlich auch die richtigen Fragen zu stellen wusste, die es wahlweise Meier & Blank ermöglichten, sich als Pop-Philosophen zu profilieren. So bekannte beispielsweise Meier, dass das Geheimnis von Yello im Sinne des jüdischen Wanderprediger von Nazareth sei, der irgendwann gesagt haben soll „werdet wieder Kinder“, welches gleichzeitig auch das lebenslange Credo des Duos ist.

Meier, einst auch im Kunstbetrieb unterwegs, befand mit Verweis auf die „hypokrite Welt des Kunstvölkchen“, Kunst sei für ihn ungesund, während Blank ergänzte, er sei keineswegs der „Kunstflüsterer“ von Meier.

Meier wiederum bescheinigte Blank, dass wenn er komponiere bzw. Musik produziere, es sich dabei um einen „dialektischen Prozess“ handele, was wiederum von Blank bestätigt wurde, angereichert um die Zusatzinformation, er nehme dabei die Rolle eines Eremiten ein.

Bereits zuvor machte Meier gegenüber Blank Komplimente wie das, dass dieser dreißig Mal mehr für Yello arbeiten würde als er selbst. Eine Vorlage, welche Blank dankend annahm und hinzufügte, dass er sich bei seiner Arbeitsdauer regelrecht disziplinieren müsse, damit das Qualitätsniveau nicht leidet.

Für sein musikalisches Schaffen von Yello nehme Blank viel Geräusche auf und recycle gelegentlich sogar Repertoire-Restposten aus dem Popfundus der Band. Fast ganz nebenbei zückte Blank sein Mobiltelefon und stellte nonchalant das neue Yello-File-App vor, mit dem es möglich sei, Geräusche mittels eines „Sound-Randomnizer“ zu „yellofizieren“.  Eine Applikation, die es jedermann ermöglicht, aus Geräuschfetzen jedweder Art Retorten-Pop zum Sofortgebrauch zu erzeugen. Die Vorführung wurde seitens des Publikums sogleich mit Szenen-Applaus bedacht. Blank merkte an, dass jenes App auch Bestandteil der neuen CD sein werde. Die Frage, ob Blank auch ein Technologie-Jäger sei, beantworte er damit, dass er anstelle von Bandschleifen heute mit Plug-Ins arbeite.

In Sachen verbalen Product-Placements empfahl Meier noch die Rudermaschine „Concept2“. Heraus kam obendrein, dass Meier fürs geschäftliche bei Yello zuständig sei und anknüpfend an die mutmaßlichen Versäumnisse der Plattenfirmen entwarf er ganz nebenbei noch das Szenario für die Labels der Zukunft, indem er befand: „Ich glaube, dass die sogenannten Plattenfirmen natürlich keine Plattenfirmen mehr sein werden, aber sicher eine unglaublich wichtige Aufgabe haben, nämlich das ganze A&R, das hinausgehen und sich Künstler anhört und Künstler auch begleitet, die es oft brauchen, andere brauchen es hingegen nicht. Auch ein Management, das den Künstler beschützt vor all diesen schwierigen Aufgaben, die ihm nicht liegen. Es wird alles dort bleiben und wenn die Industrie sich darauf besinnt, was sie eigentlich ist, dass sie immer dafür verantwortlich war, einen hoffentlich wunderbaren Content herzustellen und zu begleiten. Dann wird mit anderen Transportvehikeln nämlich dem geordneten Internet wird die sogenannte Plattenfirma die genau gleiche Aufgabe haben, die sie immer gehabt hat.“

Eine nette Einschätzung, die aber auch ein wenig etwas von Elfenbeinturm-Philosophie hat, denn die Zeiten haben sich radikal geändert. Ja, Plattenfirmen haben es anfänglich versäumt das Internet für den Vertrieb von Musik zu nutzen, aber heutzutage gibt es jede Menge legaler Online-Musikdienste und dennoch ist die Anteil derer, die immer noch Musik auf zwielichtigen Online-Plattformen unentgeltlich runterladen ungleich größer als der Anteil derer, die für legale Angebote zahlen.  Dieser Umstand betrifft große wie auch kleine Plattenfirmen.

Hinzu kommt, wie Meier zuvor zu recht anführte, dass die Musikbranche wirtschaftlich eine vergleichsweise kleine Branche ist. Und genau dieses Größenverhältnis spielt auch gegenüber den wirtschaftlich weitaus mächtigeren Konzernen wie Apple, Google, Deutsche Telekom oder Vodafone, um nur einige zu nennen und für die Musik bestenfalls schmückendes Beiwerk ist, bei fast allen Vergütungsdiskussionen eine entscheidende Rolle.

Nur zum Beispiel, hinsichtlich der Vergütung von Musik auf iTunes für Labels oder Künstler, gelten im Hause Apple die gleichen Manager-Methoden mit denen der Konzern aufgrund der menschenverachtenden Arbeitsbedingungen der chinesische Wanderarbeiter bei seinem Zulieferer Foxconn in die Schlagzeilen kam. Apple hat Labels mit Einführung von iTunes die Preise diktiert und Dieter Meier wird spätestens bei Durchsicht seiner Abrechungen von Spotify, Napster oder sonstiger legaler Online-Plattformen ein Gefühl bekommen, wie sich ein besagter chinesischer Wanderarbeiter fühlt, wenn er am Monatsende seinen Lohn bekommt und in den Nachrichten erfährt, dass Apple über ein Barvermögen von über 100 Milliarden US-Dollar verfügt… Yello führte bei seiner Stippvisite auf der  C/O Pop die virtuelle Konzertperformance „Touch Yello“ im Rahmen der von der Telekom gesponserten Konzertreihe „Electronic Beats“ auf. Und Sponsoring-Engagements werden bekanntlich deutlich besser honoriert, als dies der eine oder andere Global Player in welchem Wirtschaftszweig auch immer, egal ob in Bangladesh oder in Hintertupfingen, gemeinhin zu tun pflegt.

Le disque de juin de Swissvibes: Tobias Preisig “In Transit”

Tobias Preisig © Likta Hanzkova

Dès les première notes, on pressent que la musique de Tobias Preisig est intense, de celle qui vous prend et vous emporte comme une lame de fond avant de vous redéposer sur une berge, repus et heureux. Tobias Preisig est un surdoué du violon, doublé d’un boulimique. Jugez plutôt: A 31 ans, il a déjà enregistré trois CDs dont deux sous son nom sur des labels internationaux, joué au Montreux Jazz, à la Mecque du free jazz de Willisau et au Menuhin Festival de Gstaad. Dirigeant son quartet depuis 2003, il n’en multiplie pas moins les projets spéciaux avec Georges Gruntz, Dieter Meier, Christian Zehnder ou Rusconi.

Evidemment, avec un tel pedigree, sa musique n’est plus vraiment classable. Ni jazz, ni classique, ni théâtrale, ni free, mais un peu de tout ça en même temps. Pour définir son dernier CD, «In Transit », il parle d’un « voyage à travers un pays dont l’apparence se transforme continuellement ». De fait son violon nous emporte sur des thèmes archiconnus (« Hallelujah » de Leonard Cohen) comme sur des compositions de son cru. Serein ou tempétueux, il joue des montées en puissance, passe des sonorités acoustiques à des stridences presque intenables. En transit entre passion et séduction, ferveur et démon, sa musique est de celle qui sont là pour rester.

Tobias Preisig, « In Transit » (Traumton)

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