Platte des Monats: Fai Baba «The Savage Dreamer»

FAIBABA_TheSavageDreamer_Cover_2500px_PromoEtwas unerwartet kam die Ankündigung seines aktuellen Albums, denn der Vorgänger «She‘s My Guru» erschien unlängst im Frühling 2013. Ein kurzer Blick auf die Statistik zeigt aber, dass Fabian Sigmund, besser bekannt als Fai Baba, noch nie lange Schaffenspausen eingelegt hat. Sein viertes Album seit 2010 nennt sich «The Savage Dreamer» und ist – ein weiteres Mal – grandios.

50 Minuten Genialität

Abgeklärter und erwachsener kommt das neue Album daher, ohne dass dabei die Leidenschaft und Rohheit abgetötet werden, welche Fai Babas Musik neben seiner charakteristischen Stimme kennzeichnen. Wer all die Feinheiten der Songs erfassen möchte, dem sei empfohlen, sich in ein ruhiges Eckchen zu begeben und sich während knapp fünfzig Minuten ganz der Welt von «The Savage Dreamer» hinzugeben. Auch nach dem zehnten Hördurchgang entdeckt man noch Tonspielereien, die einem vorher nicht aufgefallen sind – was für kleine Glücksmomente sorgt, als hätte man in einem Wimmelbild Walter entdeckt.

 

 

Aus der Ferne heulende Gitarren und warnende Orgel- und Basstöne werden beispielsweise bei «Not That Simple» zu einer akustischen Leckerei aufgeschichtet. Auf dem achteinhalb-minütigen «New York City» verkündet Fai Baba eindringlich, dass er nicht nochmals in die Weltmetropole reisen möchte, weil er sich dort einsam fühlte. Der eindrucksvolle Instrumentalteil, der den Grossteil des Songs ausmacht, könnte meinetwegen ewig weitergehen. Ein weiteres Highlight auf dem Album ist der Opener «The Savage Dream»: Fragil und untermalt mit Piano-, Flöten- und Geigenklängen bietet der Song einen wundervollen Kontrast zu den reissenderen Stücken.

Schöner warten

Blues, Folk und Psychedelic Rock verschachtelt Fai Baba gekonnt zu einem faszinierenden Werk, das es sich ausgiebig zu erforschen lohnt. Dem Tatendrang der letzten Jahre nach zu urteilen, schreibt Fai Baba womöglich bereits fleissig neue Songs für das nächste Album. Bis dahin beschert uns «The Savage Dreamer» die wohl schönste Wartezeit auf Erden.

«The Savage Dreamer» ist am 19. September 2014 erschienen (A Tree In A Field Records).

Die nächsten Konzerte:
14.11.2014, Alte Kaserne, Zürich
06.12.2014, L’Écurie, Genève
20.12.2014, Eisenwerk, Frauenfeld

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Trackbacks

  1. […] in Zürich blieb Magnusson unverkrampft wortkarg und spielte mit seinen vier Mitmusikern (u.a. Fai Baba) auf der kleinen Bühne ein mächtiges Set; mächtig, weil die verzerrten Gitarrenklänge sich wie […]

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