Puts Marie: «Laut, vulgär und skurril sind unsere Konzerte immer noch»

©joelle Neuenschwander

©joelle Neuenschwander

Max Usata, Sänger der Bieler Band Puts Marie, wanderte 2009 kurzentschlossen nach New York aus. Niemand wusste, was aus Puts Marie wird. Und so suchte man neue Perspektiven. Es entstanden sechs Kinder, ein Gitarrenladen, ja sogar eine Broadway-Karriere. Neue musikalische Projekte wurden in Angriff genommen. Die Ankündigung Ende letzten Jahres, dass Puts Marie ihre EP «Masoch» beim Lausanner Label Two Gentlemen veröffentlichen, kam dann auch unerwartet.

Nun sind sie zurück auf der Bühne: Reifer und mit frischen Songs, die eine neue, ernsthaftere Note einschlagen, ohne dabei auf die Energie ihrer früheren Auftritte zu verzichten. Max Usata erzählt uns von den Veränderungen und den Plänen von Puts Marie.

In einem Interview habt ihr gesagt, dass ihr euch während der Auszeit viel musikalisches Know-how angeeignet habt. So konntet ihr bei der Aufnahme von «Masoch» eine andere Qualität in eure Musik einbringen. Inwiefern beeinflusste dies das Songwriting?

Max Usata: Wir redeten damals von zwei verschiedenen Dingen. Einerseits haben wir das technische Know-how gemeint: Unser Gitarrist Sirup hat sich als Sound Engineer immer mehr Wissen angeeignet, indem er sein Tonstudio immer mehr ausbaute und immer mehr Studio-Aufträge an Land zog. Das hatte einen starken Einfluss auf die Soundqualität. Zudem hatten wir das Glück, Leute wie Jeff Stuart Saltzmann und Dave McNair an Bord holen zu können In der Postproduktion hatten beide einen starken Einfluss auf den Sound von «Masoch», auch wenn die Aufnahmen von Sirup schon sehr gut waren.

Anderseits ist die Band über die Jahre durch Tüfteln und durch viel Spielpraxis immer wieder auf neuen Sound gestossen, vor allem was den des Basses, der Gitarre und der Orgel angeht. Das hört man nun auf der neuen Platte. Sicherlich wurde dabei auch das Songwriting beeinflusst. Die Lieder haben viele Instrumental-Parts, was aus dem neuen Sound hervorgeht.

©Jenna Calderari

©Jenna Calderari

Sind die klanglichen Veränderungen in eurer Musik ein Resultat des abrupten Bruchs im Jahr 2009? Wird das Thema in euren aktuellen Songs überhaupt angesprochen?

Max Usata: Nicht direkt, nein. Eher indirekt. Dass sich jeder danach umorientierte und andere musikalische Projekte verfolgte, hatte am Ende wohl am meisten Einfluss, denke ich. Wir und alle um uns herum wurden älter und reifer, was sich auch in einer grösseren Offenheit gegenüber Neuem, Unsicherem und allem, was vor uns liegt, zeigt.

Ihr beschreibt eure neuen Songs als schwerer, ernsthafter, egoistischer. Es ist nicht mehr das oberste Ziel, die Leute zum Tanzen zu bringen oder Party zu machen. Hat das die Art, wie ihr auf der Bühne Musik macht, verändert?

Max Usata: Das ist schwer zu sagen. Es macht ja immer noch unglaublich viel Spass, auf der Bühne Musik zu machen. Was heisst schon Party machen? Ja, vielleicht ist es schwieriger zu den neuen Songs zu tanzen. Laut, vulgär und skurril sind unsere Konzerte aber nach wie vor. Das klingt für mich eher nach Party als bloss wildes Getanze.

Ihr seid in den letzten Jahren sesshafter geworden. Wie sehen eure Pläne aus? Zieht es euch ins Ausland?

Max Usata: Ins Ausland? Ja, bitte! Unbedingt! Das wird nur eine Frage von guter Organisation sein. In der Vergangenheit haben wir sehr oft im Ausland gespielt und uns liegt viel daran, dies auch weiterhin zu tun. Puts Marie gehört ins Ausland. Sowohl was die Musik als auch die Einflüsse anbelangt, fühlen wir uns dort zu Hause. Wir haben viele Freunde ausserhalb der Schweiz und wollen auch für sie spielen. Es gibt dort andere Bühnen, andere Stimmungen und andere Situationen, die wir mit vielen guten Erinnerungen verbinden. Und nach Japan wollen wir auch!

Die EP «Masoch» ist am 10. Dezember 2013 bei Two Gentlemen erschienen. Am 29. Mai 2014 treten sie an der Bad Bonn Kilbi auf.

Und noch: Neuchâtel, Festi’Neuch am 13. Juni. Zurich, Wipkingen Openair am 20.Juni. Pully, For Noise Festival am 23. August. Orprund, PFF, am 29. August. Tavannes, am Le Royal am 7. November

 

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Comments

  1. Und Sie sind an der Barberie in Biel. am 27.6. http://www.barbarie.ch/pages/bands.html

Trackbacks

  1. […] ouverts. Mais nos concerts sont toujours forts, vulgaires et bizarres » expliquait Max Usata dans une interview sur ce blog. Les récentes performances de Puts Maris aux Transmusicales de Rennes et à Eurosonic en sont une […]

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